Tina Sackermann, Beratung

Wer bin ich
noch mal?

(Aus einem Art Reade Seminare Newsletter von 2014)

Tina Sackermann

Mein Name ist Tina. Am 13. Juli 19961 wurde ich geboren. Ich wuchs am Niederrhein auf. Meine Mutter war sehr künstlerisch veranlagt, mein Vater war Architekt. Ich habe einen zwei Jahre jüngeren Bruder, der ein bekannter Fotojournalist geworden ist und heute in Köln lebt.

Ich selber habe früh angefangen zu malen, worin mich meine Mutter stark gefördert hat. Später begann ich mich intensiv für die seelische und geistige Ebene des Menschen zu interessieren, was bestimmt auch damit zu tun hatte, dass es bei uns Zuhause (wie wahrscheinlich in vielen Elternhäusern meiner Generation) nicht immer harmonisch zuging.

Als Teenager überlegte ich, ob ich lieber einen helfenden Beruf ergreifen, oder Künstlerin werden wollte. Mit 13 Jahren entschied ich mich für die Kunst und begann mit Unterstützung eines Künstlerfreundes, mich mit einer Mappe für die Aufnahmeprüfung an der Hochschule der Künste in Berlin vorzubereiten.

Studium in Berlin

Im Frühjahr des Jahres 1981 machte ich mein Abitur, dann folgten die Prüfungen an der Hochschule der Künste, und im Herbst war ich eine von den elf künftigen StudentInnen, die von ursprünglich 400 BewerberInnen als angenommen ausgewählt wurden. Ich zog nach Berlin und war heilfroh, weit weg von Zuhause zu sein. Allerdings war mir klar, dass ich meine eigenen Probleme nicht zurücklassen konnte. Deshalb begann ich mit 20 Jahren eine Therapie.

Neben dem Kunststudium an der HdK (heute UdK), absolvierte ich zusätzlich ein sechsjähriges Studium der Mime und Pantomime an der Ersten Schule für Mime und Pantomime Berlin und wurde bald Mitglied im Ensemble des Berliner Pantomimen-Theaters Prof. Marie-Luise Anger. Wir hatten zahlreiche Auftritte in ganz Deutschland.

Gleichzeitig begann ich in diesen Jahren, nebenbei zu unterrichten. Zunächst waren es freie Kinder-Pantomime-Gruppen, später dann auch Erwachsene – unter anderem Gruppen mit psychisch und psychiatrisch kranken Menschen. Ich gab Fortbildungen für Beschäftigungstherapeuten und unterrichtete SchauspielerInnen im Off-Theaterbereich.
Schnell merkte ich: Das Unterrichten war mir offenbar in die Wiege gelegt; es war für mich eine völlig selbstverständliche Tätigkeit.

Orient

1986 hatte ich durch einen Mäzen und Kunstsammler die wundervolle Gelegenheit, Nordafrika ausgiebig zu bereisen, was meinen Malstil entscheidend prägte und mich veranlasste, mich mit der orientalischen Tanzkunst auseinander zu setzen und sie zu erlernen.

Überhaupt hatte ich immer einen Faible für fremde Kulturen. Ich war fasziniert von der Andersartigkeit und war stets neugierig, welche ihrer Qualitäten mein eigenes Leben bereichern könnten. So schloss ich Freundschaften mit Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen und arbeitete mit ihnen zusammen.

(Mehr zu Malerei, Perlenschmuck und Raumkunst findest du auf sackermann.de!)

Begegnung mit Art

1988 hatte ich meine erste Begegnung mit Art Reade. Damals stolperte ich, im Rahmen einer Veranstaltungsreihe, „zufällig“ in einen öffentlichen Vortag von ihm. Danach brauchte es noch circa ein Vierteljahr und zwei weitere „Zufälle“, die mich auf Art aufmerksam machten, bis ich mich für das Basic-Training anmeldete.

Ich hatte, wie fast alle vor und nach mir, keine Ahnung, was mich erwartete. ☺

Rückblickend gesehen, war der Schritt in den Gruppenraum das Beste und Effektivste, was ich bis zu diesem Zeitpunkt in meinem Leben unternommen hatte, um mit meinen „Problemen“ klarzukommen.

Dann ging alles sehr schnell: Ich zog alle Seminare, die Art damals anbot, eines nach dem anderen hintereinander durch: Basic, Advanced, Journey, Abundance, Spiritual Relationships und den Prayer Talk. Endlich hatte ich etwas gefunden, womit ich meine Schwierigkeiten bearbeiten und auflösen konnte. Allein das Konzept der Selbstverantwortung und die Frage „Wie habe ich es erschaffen?“ waren so bahnbrechend für mich, dass ich mich mit einem Schlag aus dem Knoten meiner Verstrickungen heraus katapultiert fühlte.

Im selben Jahr, in dem ich mit dem Basic Training anfing, machte ich an der HdK meinen künstlerischen Abschluss mit dem Titel „Meisterschülerin“. Es war das in vielerlei Hinsicht erstaunliche Jahr 1989.

Mitarbeit als „Staffi“ und Übersetzerin

Nachdem ich 1990 alle Seminare mit Art absolviert hatte, bewarb ich mich für den „Staff“ – das Team von Freiwilligen, das den reibungslosen Ablauf der Seminare unterstützte. Meine große Sehnsucht war weiterhin ein Teil dieser wundervollen Arbeit zu sein und noch mehr darüber zu lernen.

Die damalige Organisatorin nahm in den darauf folgenden Jahren jedes Mal wieder meine Bewerbung an, und ich wurde schnell zu einem festen Bestandteil des Teams. Damals kam Art für rund zehn bis zwölf Veranstaltungen pro Jahr nach Berlin.
Es waren taffe Zeiten: Die Seminartage, endeten häufig erst um Mitternacht, um am nächsten Morgen pünktlich um 6:30 Uhr zu beginnen. Anfangs war auch ich einfach nur als „Staffi“, dann sehr schnell als Staff-Leitung und ab 1994 als Übersetzerin tätig.

In all den Jahren zwischen 1989 bis 2011 habe ich mein gesamtes Leben um die Gruppenarbeit herum organisiert. Ich habe jedes Seminar in diesen Jahren begleitet und lernte gleichzeitig so unendlich viel über Menschen, über Synergie, Gemeinschaft, Commitment, Vereinbarungen, Ausdehnung, Riskieren und Vertrauen in mich selbst und in das Leben, dass ich diese Zeit rückblickend als meine wichtigste Ausbildungszeit in Sachen Leben und Erfüllung ansehe.

Durch die Werkzeuge, die Prinzipien und die Veränderung meiner Haltung dem Leben gegenüber, war es mir ab jetzt möglich, auf einem kreativen und unkonventionellen Weg mit meinen Künsten Erfolg zu kreieren.

Selbst nach einem großen Einbruch in meinem Leben, im Zuge dessen ich 1998 in Potsdam-Babelsberg landete, gelang es mir mithilfe der Prinzipien und Werkzeuge, mein Leben wieder neu zu erfinden. Zusätzlich zur Malerei und dem Orientalischen Tanz, den ich unterrichtete, entwickelte ich die Atmosphärische Raumkunst, die zu einem bedeutenden Teil auf Arts Inspirationen basiert – nämlich darauf, welchen immensen Einfluss die Gestaltung unserer Wohn- und Lebensräume auf unsere Gesundheit und unser Leben haben kann.

In der kommenden Zeit war ich viel unterwegs: Plötzlich gingen meine Bilder und Holzobjekte in die Welt! Heute kann ich sagen, dass auf jedem Kontinent der Erde Kunstwerke von mir zu Hause sind.

Von 2001 bis 2004 legte Art hier in Berlin eine Pause ein. Die damalige Organisatorin hatte ihre Arbeit in Berlin beendet und war ins Ausland gezogen. In diesen Jahren übersetzte ich die Gruppen in Köln und in der Lüneburger Heide mit.

Die große Liebe

Zur selben Zeit begegnete mir, in den Seminaren, meine große Liebe und wir entschieden uns schnell verbindlich für einander. 2003 wurde ich schwanger. Unseren Sohn haben wir nur drei Stunden lang lebendig für uns gehabt, dann ist er friedlich eingeschlafen.

Diesem Ereignis folgte eine Zeit, in der ich mit viel seelischem Schmerz und psychosomatischen Symptomen konfrontiert war. Mir war klar, dass nicht alles davon mit dem Tod unseres Kindes zu tun hatte, sondern dass dieses Ereignis einfach noch viel älteren Schmerz aus der Vergangenheit mit hoch gespült hatte.

Gleichzeitig waren Caspar und ich unendlich dankbar für unser gemeinsames spirituelles Fundament aus Arts Gruppen, durch das wir dieses Ereignis in ein Sinngefüge einordnen konnten, anstatt in der verzweifelten Frage zu stecken zu bleiben, warum das „ausgerechnet uns geschehen“ war.

Sieben Jahre Organisatorin und die Journey für Berlin

Umso glücklicher war ich in der Folgezeit, dass Art aufgrund etlicher Anfragen von TeilnehmerInnen eingewilligt hatte, mit seinen neuen Vorträgen und unter unserer Organisation hier wieder anzufangen. Die neue Aufgabe, neben der Übersetzungsarbeit auch Veranstalterin der Seminare zu sein, unterstützte mich sehr in dieser Zeit.

Es wurden daraus noch einmal sieben schöne Jahre (2004 bis 2011), in denen neue Vorträge und die bekannten Seminare größtenteils hier in Potsdam stattfanden. Als Neuheit führten wir die Journey speziell für Berlin ein. Dabei lernte ich, wie es sich anfühlt, die Verantwortung für eine ganze Veranstaltung dieser Art zu tragen. Für diese zusätzliche Vertiefung in Sachen Event-Management bin ich sehr dankbar.

Während der jahrelangen gemeinsame Arbeit entwickelte sich eine schöne Freundschaft zwischen Art, Caspar und mir.

Ende einer Ära

Nach genau 30 Jahren sah es so aus als sei 2011 wohl vorerst das letzte Jahr gewesen, in dem Art seine Seminar-Tourneen durch die Städte machte. Sein Zusammenbruch im August 2011 auf dem Journey-Seminar im Wendland beendete eine Ära. Die Wochen danach waren Caspar und ich damit beschäftigt, ihm zusammen mit seiner Partnerin und seinen Söhnen in Hamburg auf der Intensivstation beizustehen. Über dieses Ereignis und seine anschließende wundersame Regeneration haben wir euch ausführlich berichtet. Und sicher haben alle, die für ihn gebetet haben, einen großen Anteil daran gehabt.

Für mich bedeutete es auch das Ende eines Lebensstils, in dem für 23 Jahre diese Art von spiritueller Arbeit, zusammen mit einem spirituellen Lehrer, eine sehr hohe Priorität in meinem Leben gehabt hatte.

2012 und 2013 brachten also wieder einmal eine Phase der Neu-Orientierung. Ein Stück Identität war verloren gegangen und gleichzeitig erkannte ich, worin der „Preis“ dieser 23 Jahre Art Reade Seminare bestanden hatte: Auch wenn ich mich all die Jahre nebenher meinen Künsten gewidmet hatte, stellte ich jetzt fest, dass durch den Fokus auf meine hauptsächlich dienende Tätigkeit in den Seminaren doch Einiges auf der Strecke geblieben war.

Neue Horizonte

Ich fand mich in einer Sinnkrise wieder: Zwar liebe ich es, schöne Dinge zu kreieren und zu gestalten (Bilder, Objekte, Räume, Schmuck, Tanz) – gleichzeitig fehlte mir aber nun eine überpersönliche Aufgabe. Ich vermisste die Gemeinschaft mit all den Menschen, die sich auf den Weg gemacht hatten. Nach vielen Schleifen und Kreisen kam ich zu der Entscheidung, dass ich die Inhalte und Prinzipien in meiner Form und mit meiner ureigenen Energie als Kreative gerne vermehrt weiter teilen möchte. 23 Jahre Lehrzeit und Erfahrung bilden dafür ein stabiles Fundament.

Dennoch entschloss ich mich, den Faden noch einmal aufzunehmen als Art in 2014 überraschend ankündigte, wieder Seminare geben zu wollen. Aus dem „Testlauf“ wurden noch einmal vier erfolgreiche Jahre gemeinsamer Zusammenarbeit.

Tina Sackermann

Die Essenz am Ende der Reise

Die Essenz, die durch die Arbeit mit Art Reade und den vielen Menschen für mich sichtbar wurde, besteht in der Erkenntnis, dass wir alle in der Lage sind, zurück zu kehren zu unserem ursprünglichen Schöpfungspotenzial, mit dem wir hier auf der Erde angekommen sind. Egal, was für Ereignisse wir uns im Leben erschaffen – wir haben die Fähigkeit, uns und unser Leben immer wieder neu zu erfinden.

Ok, wir müssen uns daran erinnern, wie es geht:

  • Wie kommen wir zurück in Kontakt mit unserem Herzen, oder dem Spirit?
  • Wie schaffen wir es, auf unseren Körper zu hören?
  • Wie ist es möglich, alte Muster, Einstellungen und Verhaltensweisen, die uns nicht mehr dienlich sind, zu verändern?
  • Wie können wir all unsere Lebensbereiche in Einklang bringen und ein erfülltes Leben kreieren?
  • Wie erschaffen wir uns einen echten Lebenssinn?
  • Wie können wir unsere Komfortzone nach oben hin immer weiter ausdehnen?

Ich weiß, das sind unzählige Male gestellte Fragen, die unzählige Male beantwortet worden sind – zumindest versuchsweise. Alles nichts Neues …

Ich weiß jedoch auch, was ich in den mittlerweile 37 Jahren Zusammenarbeit und Freundschaft mit Art Reade an mir selbst und anderen beobachten konnte: wie sehr sein Gedankengut DER Wahrheit entspricht und wie effektiv die Werkzeuge und Prinzipien eingesetzt werden können. Sie haben zahllosen Menschen auf die eine oder andere Weise buchstäblich das Leben gerettet.

Das System der universellen Prinzipien hat Art sehr klar vermittelt und es außerdem verstanden, Menschen auf allen Ebenen ihrer Existenz anzusprechen – Körper, Geist, Seele, Spirit. Das erzeugt Integrität, und mit ihr schafft Art es auf seine einzigartige Weise, das Bewusstsein der Menschen vom Kopf zurück ins Herz zu bringen.

Ich fände es unendlich traurig, wenn dieses Wissen im Strudel der Zeit einfach so in Vergessenheit geriete und nicht mehr zur Wirkung käme. Ich hatte das Privileg, diese Inhalte über ein Vierteljahrhundert lang einzuatmen und sie zu einem Teil von mir werden zu lassen. Deswegen möchte ich mich der Herausforderung stellen, die Botschaft weiterzutragen.